Mobile first?

03.08.2017 / 11:31 Uhr

Mehr als die Hälfte aller Suchen bei Google kommen heute von mobilen End­gerä­ten. Mehr als ein Drit­tel des welt­wei­ten E-Commerce wird be­reits mo­bil getä­tigt. Trotz­dem fällt es vielen Angebo­ten im Web schwer, den An­forder­ungen einer mo­bi­len Nut­zung zu ent­spre­chen. Uns be­gegnen mehr oder we­ni­ger verklei­nerte und re­duzier­te Ab­leger der sta­tionä­ren Auftritte. Ist „Mobile First“ das Patent­re­zept, um In­halte, Les­bar­keit, Hand­ling und Lade­zeit­en so zu konzipie­ren, wie es heu­te erwar­tet wird?

Als die er­sten internet­fähi­gen Handys vor gut einer De­ka­de auf­kamen, war schnell klar wie die sta­tionären An­ge­bo­te im Web auf diese neuen End­geräte an­zupassen sind. Unter dem Stich­wort „graceful degradation” wur­den Darstellung und Funkti­on solange reduziert, bis eine halb­wegs akzeptable Nut­zung mit diesen kleinen Bild­schirmen möglich war. Ein wirkliches Vergnü­gen bei der Nutzung kam nur selten auf.

Erst als die Entwick­lung mit „progressiv enhancement“ auf den Kopf gestellt wurde, entstan­den die ersten mobilen An­ge­bo­te, die auch auf dem Handy gut funktionieren. Die Strate­gie dahin­ter ist ein­fach: zuerst für den kleinsten gemein­sa­men Nenner entwickeln und Inhal­te wie Funktionen für leistungs­fähigere End­gerä­te und grö­ßere Bild­schir­me anschließend sukzessive ergän­zen.

  • CONTENT FIRST?

  • Statt zuerst einen inhaltlich, optisch und funktional opulenten Web­auftritt zu konzipieren, der dann auf mobilen Endgeräten nur unzu­reichend genutzt werden kann, wird nun vorab geklärt, welche zentra­len Inhalte und Funktionen mindestens zu realisieren sind. Diese inhaltliche und formale Disziplin ist der Schlüssel, der mobi­len Angebo­ten im Netz den Durch­bruch verschafft hat.

Leider birgt dieses vermeint­liche Patent­rezept auch Fall­stricke: Web­angebo­te, die mobil adäquat daher­kommen, aber auf großen Bildschir­men leer, unter­entwickelt – manch­mal sogar etwas kindlich-naiv wirken. Der Entwicklungs­weg vom kleins­ten gemein­samen Nenner zu leistungs­fähige­ren End­geräten wur­de früh ab­gebrochen – inhaltliche, funktionale und formale Chancen nicht genutzt.

Sicher­heit verschafft eine zusätz­liche Ebene der Betrachtung: der Kontext der Nut­zung. Mit der Entwick­lung von „user scenarios” wird sicher­gestellt, dass das individuelle Angebot auf das Ausgabe­gerät und den Kontext der Nut­zung abgestimmt ist. Bild­schirm­größe, Bild­schirmorientierung, Eingabe­metho­de, räumliches Um­feld und situations­bedingtes Informations­bedürfnis bestimmen die aus­gespielten Inhalte und Funktio­nen.

  • CONTENT AND CONTEXT FIRST!

  • Abhängig von kommunikativem Ziel und Ziel­gruppe kann es so sinn­voll sein, einen mo­bi­len, für die ein­händige Bedienung optimier­ten, Auftritt für den Weg zur Arbeit mit einem groß­zügigen, gut zwei­händig zu bedienen Tablett-Layout für den Abend auf der Couch zu kombinie­ren. Und für die Nut­zung am PC im Büro die Funktio­nen, die auf eine fein­gliedrige Maus­bedienung set­zen, zu ergänzen. Mehr­wer­te durch relevan­ten, kontext­bezoge­nen Nut­zen zu schaffen, sollte immer das Ziel sein.
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